Einblicke in die Planung für ein neues ÖPNV-System

Aus 130 müssen 34 werden: Im Oktober 2020 hat die Landeshauptstadt Kiel die Planungen für ein neues, hochwertiges ÖPNV-System begonnen. Eine Tram oder ein BRT-System soll in gut zehn Jahren durch die Stadt fahren. Die Planer*innen haben unter anderem den Auftrag, ein Streckennetz für das neue System in Kiel zu entwickeln. Wir geben einen Einblick in die ersten Planungsschritte.

Christoph Karius
© Jan Konitzki

Viele Karten von Kiel, auf denen überall Linien eingezeichnet sind, mal gestrichelt, mal durchgezogen, in rot, grün, blau oder gelb – das sind die ersten sichtbaren Ergebnisse der Planungsarbeiten der vergangenen Wochen. Gemeinsam mit dem Trassenplaner sind wir, die Stabsstelle Mobilität der Landeshauptstadt, im Moment dabei, ein erstes Streckennetz für das neue hochwertige ÖPNV-System, das sogenannte Kernnetz, zu erarbeiten.

Dafür haben wir mehr als 1000 Hinweise aus den Stadtteilforen im Herbst 2019 ausgewertet, Ergebnisse verschiedener Gutachten geprüft und haben vor allem die gesamten Straßen im Stadtgebiet mit dem Fahrrad und zu Fuß besichtigt. Das Ergebnis sind mehrere mögliche Streckenverläufe für eine Tram oder einen Schnellbus (Bus-Rapid-Transit, BRT), insgesamt rund 130 Kilometer, die sich auf Kiels Stadtquartiere verteilen.

© Ramboll/Boy

So sieht die Planungsarbeit aus: Die Pfeile sind die sogenannten Korridore, in denen die Nachfrage für ein neues ÖPNV-System groß genug ist. Wir konzentrieren uns bei der Planung des neuen ÖPNV-Netzes zunächst auf die dunklen Bereiche im Kieler Stadtgebiet, die helleren sind mögliche Erweiterungen . Die hellblauen Linien stellen alle untersuchten Strecken für das neue ÖPNV-Netz dar – insgesamt mehr als 130 Kilometer.

Von 130 km auf 34 km Streckenlänge

Das neue ÖPNV-Netz soll aber nicht 130 Kilometer sondern 34 Kilometer lang sein. Nun gilt es gemeinsam das Netz schrittweise anzupassen. Was technisch nicht umsetzbar ist, wird ausgeschlossen. Was gegenüber anderen Strecken zu viele Nachteile hat, wird schlechter bewertet.

Wenn zum Beispiel eine Kurve zu eng oder eine Straße zu steil ist, damit das neue System dort fahren könnte, gilt diese Variante als technisch nicht machbar. Gleiches gilt für die Straßenbreite. Das neue ÖPNV-System muss sich den Straßenraum ja mit Autos, Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen teilen. Wenn die Straße dafür nicht breit genug ist, kommt sie nicht in Frage.

So soll das Netz erarbeitet werden, das für Kiel die meisten Vorteile hat.

Nicht nur Verwaltung und Fachleute planen, auch die Kieler*innen werden einbezogen.

Voraussichtlich im Herbst 2021 werden wir wieder zu Stadtteilforen einladen und Hinweise und Anregungen für die weitere Planung aufnehmen. Momentan ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich.

Im Moment werden die Strecken untersucht, die im Bereich des sogenannten Kernnetzes liegen. Das sind die Bereiche, die auf der Karte mit den dunkleren blauen Pfeilen hinterlegt sind. Diese Bereiche sind die, in denen nach ersten Untersuchungen ein neues ÖPNV-System ausreichend nachgefragt und genutzt wird, weil hier am meisten Menschen leben oder arbeiten. Die anderen Bereiche im Norden und Süden werden in einem späteren Planungsschritt untersucht.

Auch das Busangebot soll besser werden

Schon jetzt planen wir für den Kieler Süden und Norden Verbesserungen im Busangebot, damit im gesamten Stadtgebiet der ÖPNV besser genutzt werden kann.

Spätestens im Sommer 2022 sollen aus den 130 Kilometern Vorschlagsstrecke 34 optimale Kilometer für das neue ÖPNV-System geworden sein.
Auf kielmobil halten wir Euch kontinuierlich über die Planungen zum neuen ÖPNV-System auf dem Laufenden. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns an kielmobil@kiel.de.

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