Gut zu Fuß zum Rathaus und in die Innenstadt
Vielen wird es vielleicht schon aufgefallen sein: Vor dem Rathaus und dem Opernhaus hat sich was getan. Seit kurzem schmücken zwei weitere Mittelinseln die Kurve zwischen Kleinem Kiel und Holstenfleet.
- Till Zeyn

Eine davon provisorisch – hier soll künftig die Stadtbahn fahren – und eine mit Zebrastreifen. Beide tragen dazu bei, dass Innenstadt und Rathaus besser zu Fuß und auch mit dem Bus zu erreichen sind. Denn nun müssen nicht mehr bis zu 12 Meter Fahrbahn auf einmal gequert werden, sondern nur noch jeweils eine Fahrtrichtung zurzeit. Auch lässt sich die Querung bei Bedarf kurz unterbrechen. Am neuen Zebrastreifen muss der Weg sogar gar nicht mehr unterbrochen werden. Hier hat der Fußverkehr nun Vorrang. Fahrgäste, die an der Bushaltestelle Rathaus/Opernhaus ein- oder aussteigen, können nun möglichst ungehindert auch das Rathaus bzw. das Opernhaus erreichen.
Die ersten Tage zeigen: Wie immer benötigt eine neue Verkehrssituation erstmal ein paar Tage Umgewöhnung: Manche sind durch die Mittelinsel, mache vom Zebrastreifen überrascht. Aber was jetzt schon deutlich wird: Autos fahren langsamer durch die Kurve und für Fußgänger*innen ist es deutlich einfacher geworden über die Fahrbahn zu kommen. Der 36. Zebrastreifen Kiels wirkt also.
Was? Nur 36?
Richtig gehört! Viele Jahre und Jahrzehnte galten für die Einrichtung von Zebrastreifen, offiziell Fußgängerüberwege genannt, sehr enge Vorgaben. Es durften nicht zu viele Querende, aber auch nicht zu wenige sein. Es durften nicht zu viele Autos, aber auch nicht zu wenige sein. Seit der Reform des Straßenverkehrsrecht 2025 sind diese Einsatzgrenzen nun weitgehend entfallen. Auch weil es für diese Vorgaben keine wissenschaftliche Grundlage gab und gibt. Das heißt: Das ist nur der Anfang und weitere Zebrastreifen werden folgen. Warum? Damit Kiel noch Fußgänger*innen-freundlicher wird, denn schon heute werden in Kiel ein Drittel der Wege zu Fuß zurückgelegt. Klingt viel. Ist auch viel und das darf sich auch im Straßenraum widerspiegeln. Also: Auf geht´s!
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Planungs- und Baugesellschaft für die Stadtbahn gegründet
Ein weiterer wichtiger Schritt für die Umsetzung einer Stadtbahn in Kiel ist gemacht – nun wurde die Stadtbahn Planungs- und Baugesellschaft (SPBG) als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt Kiel gegründet. Der Grundstein der SPBG wurde durch die Ratsversammlung im März 2025 gelegt.
Für die Position der Geschäftsführung wurden für das Jahr 2026 Christoph Karius und Sebastian Heilmann berufen, die diese Aufgabe jeweils anteilig für ein Jahr zum Aufbau der Gesellschaft übernehmen. Beide sind auch in der Stabsstelle Stadtbahn der Landeshauptstadt Kiel als Projektleiter beziehungsweise Projektsteuerer tätig. Sie nehmen die Tätigkeit zunächst befristet bis zur langfristigen Besetzung der Geschäftsführung ab 2027 wahr.
Mit der Gesellschaftsgründung sollen Planung, Bau und Steuerung der Stadtbahn in einer leistungsfähigen Organisation gebündelt werden. Ziel ist es, die Prozesse schneller umzusetzen und die Planung zu beschleunigen.
Externe Gutachten sowie Erfahrungen aus vergleichbaren kommunalen Großprojekten zeigen, dass Projektgesellschaften komplexe Infrastrukturvorhaben klarer steuern, Schnittstellen reduzieren und Entscheidungswege verkürzen können.

Stadt und CAU beschließen enge Zusammenarbeit bei der Stadtbahnplanung
Die Landeshauptstadt Kiel und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) stellen gemeinsam wichtige Weichen für die Planung der Kieler Stadtbahn. Mit einem Letter of Intent (LOI) betonen beide Partnerinnen die enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Projektes. Am Donnerstag, 5. März, unterzeichneten Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Claudia Ricarda Meyer, Kanzlerin der CAU, die Absichtserklärung im Kieler Rathaus.
Der LOI betont die Bedeutung verschiedener Bauvorhaben am Hauptcampus der CAU – so soll unter anderem ein Anschluss des stetig wachsenden „Wissensquartiers Bremerskamp“ in der Inbetriebnahmestufe 1 (IBS 1) der Stadtbahnplanung erreicht werden. In der IBS 1 ist eine Trassenführung über die Olshausenstraße bis zum Bremerskamp entlang des CAU-Campus vorgesehen. Auch weitere Standorte der CAU, darunter die Technische Fakultät am Ostufer, werden in die Planungen einbezogen. Die IBS 1 umfasst rund 12,5 Kilometer Strecke und bildet den ersten Abschnitt des geplanten insgesamt 36 Kilometer langen Stadtbahnnetzes.
Die CAU verfolgt mit dem Zukunftsprojekt „Wissensquartier Bremerskamp“ ein großes Bauvorhaben nahe der zukünftigen Stadtbahntrasse, das Forschung, Lehre sowie studentisches Leben und Wohnen eng miteinander verbinden soll. CAU und Stadt wollen sich bei der Entwicklung dieses Hochschul- und Wissenschaftsquartiers und bezüglich der Einbettung der Stadtbahn in das Gesamtverkehrskonzept der Universität auch in Zukunft eng miteinander abstimmen.
Die IBS 1 als erster Abschnitt des Stadtbahnnetzes steht kurz vor der nächsten Planungsphase, der Entwurfsphase. Mit einer Fertigstellung dieser ersten Ausbaustufe wird bis zur Mitte der 2030er Jahre gerechnet.

Lieferzonen für mehr Verkehrsfluss und Sicherheit
Lieferzonen sind klar gekennzeichnete Bereiche an der Straße, in denen gewerbliche Lieferfahrzeuge zu bestimmten Zeiten halten dürfen, um Waren zu be- und entladen. In Kiel spielen sie eine wachsende Rolle, vor allem in dicht genutzten Quartieren und in der Innenstadt.
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