Projekt KISS-Kiel lässt zukünftig die Busse der KVG sprechen

Der öffentliche Nahverkehr ist nicht für jede Person gleichermaßen einfach zu nutzen. So kann es für blinde und sehbehinderte Menschen eine Herausforderung darstellen, die richtige Buslinie zu finden. Dies ist insbesondere an Haltestellen der Fall, an denen gleichzeitig mehrere Busse halten oder die Hintergrundgeräusche besonders laut sind.

Andrea Kobarg

Der öffentliche Nahverkehr ist nicht für jede Person gleichermaßen einfach zu nutzen. So kann es für blinde und sehbehinderte Menschen eine Herausforderung darstellen, die richtige Buslinie zu finden. Dies ist insbesondere an Haltestellen der Fall, an denen gleichzeitig mehrere Busse halten oder die Hintergrundgeräusche besonders laut sind. Deshalb hat der Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel (EBK) das innovative Projekt Kieler Informationssysteme für alle Sinne (KISS-Kiel) entwickelt.

Im Rahmen dieses Projekts startete am 28. Juni in Kiel der vierwöchige Testbetrieb für eine neue App, die sehbehinderte und blinden Menschen die Nutzung des ÖPNV zukünftig erleichtern soll. Dies möchte der Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel (EBK) unter anderem mit der Bereitstellung einer App sowie der Ausstattung der KVG Busse mit der entsprechenden Technik gewährleisten. Finanziert wird das Projekt KISS-Kiel unter anderem durch Fördermittel, die rund 90 Prozent der Gesamtsumme abdecken, durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr.

Mit Hilfe der neuen App wird es den Fahrgästen ermöglicht die gewünschte Buslinie akustisch zu identifizieren. Ermöglicht wird dies durch einen Auffinde Ton mit Ansage der Liniennummer und des Fahrtziels, welcher jedoch nur auf Anfrage ertönt. Und auch der Haltewunsch kann direkt vom Smartphone übermittelt werden.

Die Testenden haben in den nächsten vier Wochen die Möglichkeit anhand von Feedback an der App mitzuwirken. Zum Beginn des Testbetriebs sind bereits zehn Fahrzeuge der KVG mit dem Orientierungssystem ausgestattet. In den anschließenden Wochen werden dann nach und nach immer mehr Busse ausgerüstet.

Gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein (BSVSH), der gleichzeitigen Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung der blinden, sehbehinderten und von Sehverlust bedrohten Menschen ist, findet hier eine enge Zusammenarbeit statt. Auch die Kieler Beiräte für Menschen mit Behinderung und für Senior*innen leisten wertvolle Impulse und Mitarbeit an diesem Projekt, um die Weiterentwicklung des Systems voranzubringen.

Personen, die Interesse an einer Teilnahme am Testbetrieb der App zur Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen haben, können sich an den BSVSH (kiel@bsvsh.org) oder an den EBK (nahverkehr@kiel.de) wenden.

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